Deshalb sind Sie und ich das Problem und nicht die Welt,
weil die Welt unsere Projektion ist und wir uns selbst verstehen müssen,
um die Welt zu verstehen.
Krishnamurti
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Polarität und Dualität – wir sollten den Unterschied kennen
Sind Gut und Böse immer in Balance? Braucht das Gute das Böse? Diese Annahme entspricht einer atheistischen Sicht auf die Dinge in dieser Welt. Doch ist das wirklich so? Oder ist es nicht vielleicht so, dass das Gute aus sich heraus wirkt? Die Antwort muss jeder für sich finden. Ich habe begriffen, dass es davon …
7. Das Prinzip des Geschlechts und der Einheit
Geschlecht ist in allem, alles hat männliche und weibliche Komponenten und bildet immer eine Einheit.
Das 7. hermetische Prinzip ist das Prinzip des Geschlechts und der Einheit. Alles beinhaltet weibliche und männliche Elemente und immer ist ein Teil des jeweils anderen Geschlechts als Potenzial im anderen Pol enthalten. Hier steht ein verbindendes „und“ und kein „oder“ – und das weist auf die wesentliche Aussage dieses Prinzips hin. Alles hat sowohl eine weibliche Komponente, die passiv und empfänglich ist, abwartet und Leben gebärt, als auch eine männliche Komponente, die zielstrebig, aktiv und voller Energie ist.
Das männliche Prinzip steht für Erweiterung, Zielorientierung, Konsequenz und den Willen, etwas umzusetzen. Dabei wird viel Energie verbraucht. Das weibliche Prinzip steht für Empfang und Absorption und das Abwartende und wirkt Energie-spendend.
Es muss ein Gleichgewicht zwischen diesen beiden Kräften geben. Denn allein die männliche Komponente würde eine zu starke Ausweitung bedeuten, die dann zu Unordnung, Unvernunft und Chaos führen kann. Eine rein feminine Ausrichtung würde ständige Reflexion, Abwarten und letztlich Stillstand bedeuten. Die männliche Seite verbraucht relativ viel Energie. Und um diesen Energieverlust auszugleichen, ist es wichtig, die weibliche Komponente entsprechend zu aktivieren, um „aufzutanken“. Und dann kann diese neue Energie wieder für neues Wirken verbraucht werden. Es fließt alles im Rhythmus. Um eine ausgleichende Wirkung zu erzielen, sollte beides im ständigen Wechsel aktiv sein. Denn nur in der Kombination beider Geschlechter liegt Ausgleich und damit die Chance für Entwicklung.
Wie verhalte ich mich zu einem bestimmten Zeitpunkt? Gebe ich sofort alles oder warte ich lieber erst einmal ab? Starte ich durch, gehe ich zielstrebig und entschlossen voller Energie voran oder reflektiere ich die Situation erst einmal, bin ich passiv und zurückhaltend? Es geht immer um die richtige Kombination von beiden Prinzipien: Wir sind der Erschaffer und können uns bewusst entscheiden, was wir wie einsetzen: Entweder etwas mehr von der männlichen oder der weiblichen Seite oder die Mitte von beidem. Wie uns das hermetische Gesetz des Rhythmus zeigt, gibt es immer einen bestimmten Zeitpunkt, wann etwas günstig oder ungünstig zu tun. Den gilt es herauszufinden.
Was bedeutet das für uns?
Jeder von uns trägt beide Energien in sich, unabhängig vom biologischen Geschlecht. Du kannst nicht nur weiblich sein, dann bist du zu passiv und läufst Gefahr, wie ein Spielball herumgeschubst zu werden. Bist Du hingegen nur männlich, dann bist du schnell zu dominant. Dann verbrennst du Dich und Dein Umfeld. Beides bringt uns nicht weiter. Du hast vor allem keine neue Energie, die Dich aufladen und neue Impulse geben kann. Indem wir die männlichen und weiblichen Aspekte in uns verbinden, entsteht jedoch eine Einheit, aus der wir dann schöpferisch wirken können.
Die Gesetze des Lebens sind nicht isoliert zu betrachten, sondern sie greifen alle laufend ineinander und wirken gemeinsam. Die 7 hermetischen Gesetze bilden das Fundament in unserem Leben. Wir sollten sie und ihre Wirkweise kennen, sie verstehen, kombinieren, ganz bewusst anwenden können, weil wir dann der eigene Gestalter unseres Lebens werden können.
So altes Wissen!
Alle Dinge haben im Rücken das Weibliche und vor sich das Männliche.
Wenn Männliches und Weibliches sich verbinden, erlangen alle Dinge Einklang.Laotse
Hat er Recht?
Das Nichts ist nicht Nichts.
Vielleicht hat das Nichts sogar
Schöpferkraft,
so dass das Nichts nicht Nichts ist,
sondern Alles?Kersten Kämpfer
Neugierde, ein Wertegerüst und Selbsvertrauen – das hält uns jung
Jung sein! Ein Gedicht von Mark Aurel
Die Jugend kennzeichnet nicht einen Lebensabschnitt,
sondern eine Geisteshaltung;
sie ist Ausdruck des Willens,
der Vorstellungskraft und der Gefühlsintensität.
Sie bedeutet Sieg des Mutes über die Mutlosigkeit,
Sieg der Abenteuerlust über den Hang zur Bequemlichkeit.
Man wird nicht alt, weil man
eine gewisse Anzahl Jahre gelebt hat:
Man wird alt, wenn man seine Ideale aufgibt.
Die Jahre zeichnen zwar die Haut
– Ideale aufgeben aber zeichnet die Seele.
Vorurteile, Zweifel, Befürchtungen
und Hoffnungslosigkeit sind Feinde,
die uns nach und nach zur Erde niederdrücken
und uns vor dem Tod zu Staub werden lassen.
Jung ist, wer noch staunen und sich begeistern kann.
Wer noch wie ein unersättliches Kind fragt: Und dann?
Wer die Ereignisse herausfordert
und sich freut am Spiel des Lebens.
Ihr seid so jung wie Euer Glaube.
So alt wie Eure Zweifel.
So jung wie Euer Selbstvertrauen.
So jung wie Eure Hoffnung.
So alt wie Eure Niedergeschlagenheit.
Ihr werdet jung bleiben,
solange Ihr aufnahmebereit bleibt:
Empfänglich fürs Schöne, Gute und Große,
empfänglich für die Botschaften der Natur,
der Mitmenschen, des Unfaßlichen.
Sollte eines Tages Euer Herz
geätzt werden von Pessimismus,
zernagt von Zynismus,
dann möge man Erbarmen haben
mit Eurer Seele – der Seele eines Greises.
6. Das Prinzip von Ursache und Wirkung
Jede Ursache hat ihre Wirkung und alles geschieht gesetzmäßig. Zufall gibt es nicht.
Das 6. hermetische Prinzip ist das Prinzip von Ursache und Wirkung. Jede Ursache, alles das, was wir in die Welt hinaussenden, erzielt eine Wirkung und jede Auswirkung beruht auf einer bestimmten Ursache. Das ist untrennbar miteinander verbunden. Dieses Gesetz basiert auf dem ersten hermetischen Prinzip der Schöpfung: Alles beginnt im Geist, alles ist Energie und setzt einen Schöpfungsprozess in Gang. Wie im Großen, so können auch wir Menschen unsere Realität im Kleinen selbst erschaffen. Die Ursache einer Schöpfung ist der Gedanke; die Wirkung ist die Schöpfung selbst. Beides bedingt einander. Jede Aktion erzeugt eine bestimmte Energie, und diese kommt mit gleicher Intensität immer zum Ausgangspunkt zurück.
Die Qualität unserer Gedanken, Worte, Glaubenssätze und Handlungen erzeugen (als Ursache) eine bestimmte Wirkung. Und diese Wirkung fällt später wieder auf uns zurück. Denn alles ist mit allem verbunden und steht in Wechselwirkung. Wir schöpfen unsere Lebensumstände selbst. Niemand sonst. Unser Außen ist ein Spiegel unserer Gedanken, Worte und Taten, die wir vorher ausgesandt haben, und damit der Realität, die wir dadurch geschaffen haben. Sowohl bewusst als auch nicht bewusst. Denn wir erzeugen mit unseren Gedanken, Worten und Handlungen weitaus mehr Wirkungen, als wir uns vorstellen können. Zwischen Ursache und Wirkung kann eine unterschiedlich große Zeitspanne liegen.
Vielen Menschen sind diese Zusammenhänge nicht bewusst. Sie beschweren sich über ihre Lebensumstände, also über bestimmte Auswirkungen und suchen die Lösungen oftmals nur in der Veränderung dieser Umstände, also im Außen. Wenn die Bemühungen nur an den Auswirkungen ansetzen, dann werden sie gemäß dieser Gesetzmäßigkeit langfristig nicht zur Veränderung der Umstände führen können.
Das bedeutet umgekehrt, dass über das bewusste Setzen neuer Ursachen auch andere Wirkungen erzielt werden können.
Was bedeutet das für uns?
Wir sollten eine größere Aufmerksamkeit auf die Gedanken, Worte und Handlungen richten, mit denen wir unsere eigene Realität erschaffen. Überprüfe Deine Glaubenssätze und Denkmuster dahingehend, ob sie dazu führen, dass Du mit dem Ergebnis, also den Umständen, glücklich und zufrieden bist. Falls nicht, so beginne, Deine Denkmuster, Handlungen oder Verhaltensweisen zu verändern. Werde zum bewussten Gestalter Deines Lebens.
Wir müssen es nur erkennen. Diese Gesetzmäßigkeiten sind klar definiert und gut zu verstehen, vielleicht zu einfach für uns oftmals viel zu kompliziert denkende Menschen.
5. Das Prinzip des Rhythmus
Rhythmus bedeutet Ausgleich und weist auf den ewigen Kreislauf des Lebens und der Natur hin. Alles ist in Bewegung, ein ewiger Fluss. Stillstand gibt es nicht.
Das fünfte Gesetz der Hermetik ist das Prinzip des Rhythmus. Alles fließt hinein und wieder heraus, alles hebt und senkt sich, das Pendel schwingt in beide Richtungen. Rhythmus ist Ausgleich. Dieses Prinzip beruht auf dem Gesetz der Polarität, es geht um die Bewegung, um das Fließen zwischen zwei Polen. Alles befindet sich in einem ständigen Kreislauf, geprägt von Entstehen und Vergehen: Menschen, Natur, Tiere, Pflanzen, Kulturen, Jahreszeiten, Gezeiten. Alles durchläuft damit den natürlichen Wandel der Zeit in unterschiedlichen Zyklen.
Der Rhythmus lässt sich gut an den Jahreszeiten beobachten, jede Zeit hat besondere Qualitäten. Im Winter ist es kalt, alles zieht sich zusammen, die Natur verlangsamt sich. Im Sommer hingegen dehnt sich alles aus, wächst, die Natur explodiert regelrecht. Zwischen den beiden Extremen stehen Frühling und Herbst. Sie gleichen aus und sie bieten sanfte Übergänge zwischen den beiden Extremen Sommer und Winter. Der Rhythmus ist dazu da, zwischen den beiden Polen einen Ausgleich zu finden und mithilfe sanfter Übergänge Harmonie herzustellen.
Es gibt für alles den richtigen Zeitpunkt, die Natur macht es vor: im Frühjahr wird gesät, im Sommer wächst und gedeiht alles, im Herbst wird geerntet und im Winter erholt sich der Boden und ist dann bereit für die nächste Aussaat. Ein nicht endender Kreislauf.
Was bedeutet das für uns?
Heute glücklich und morgen völlig am Boden zerstört, auf ein Hoch folgt ein Tief, so der immer wiederkehrende Kreislauf und Rhythmus. Wir möchten aber nicht von einem Extrem direkt ins andere gehen. Die Übergänge dazwischen helfen, uns auf bestimmte Vorgänge im Leben einzustellen und uns schrittweise auf bestimmte Situationen vorzubereiten. Das bedeutet, dass wir den Stress und Druck reduzieren können. Das Prinzip des Rhythmus kann uns helfen, harmonisch zu leben und gesund zu wachsen.
Wir haben die Möglichkeit, mit dem bewussten Wahrnehmen unserer Emotionen in einer bestimmten Situation den Einfluss dieses immerwährenden Rhythmus auf uns zu neutralisieren, indem wir uns ganz bewusst aus dem Pendeln entkoppeln. Dieses schwingt nach wie vor, aber in diesem Fall hätte es keinen Einfluss auf uns. Wie geht das? Indem wir uns stabilisieren und in unsere Mitte kommen.
Eine weitere wichtige Erkenntnis aus dieser Gesetzmäßigkeit: alles ist vergänglich, nichts bleibt, wie es ist, alles geht immer weiter. Das spendet Trost in schweren Zeiten und lehrt uns, dankbar zu sein und das (noch mehr) wertzuschätzen, was wir bereits erreicht haben in unserem Leben.
Lernen wir von der Natur
4. Das Prinzip der Polarität
Alles hat zwei Pole, alle Widersprüche können miteinander in Einklang gebracht werden.
Das 4. Gesetz der Hermetik ist das Prinzip der Polarität. Nichts existiert ohne einen Gegenpol. Dieses Prinzip der Polarität weist auf zwei Dinge hin: Es zeigt die Gegensätze auf und es zeigt zugleich, dass scheinbare Gegensätze ein und dasselbe sind. Warum? Weil sich diese Gegensätze lediglich in dem Grad ihrer Ausprägung unterscheiden. Sie sind ihrer Natur nach identisch, es sind lediglich zwei subjektive Empfindungen von derselben Sache. Etwa die Wärme: Ein Pol ist Kälte, der andere Hitze. Auf einer Skala, die beide Pole miteinander verbindet, ist nicht klar zu definieren, wo Kälte aufhört und wo Wärme beginnt. Denn alles ist subjektiv. Beides geht ineinander über.
Zugleich steht das Gesetz der Polarität in Zusammenhang mit dem 3. hermetischen Prinzip der Schwingung.
Was bedeutet das für uns Menschen?
Nichts ist festgelegt! Eigene Sichtweisen und Standpunkte sind immer nur ein Teil des Ganzen. Sie sind nie absolut und beinhalten stets auch das Gegenteil in sich. Alles ist miteinander verwoben und existiert nur durch die Existenz des entsprechenden Gegenpols. Alles ist relativ. Nichts ist von Natur aus einer bestimmten Eigenschaft zugewiesen.
Erst unser eigenes Denken entscheidet, was wir wo zuordnen. Und alles schwingt, mehr in die eine Richtung oder in die andere Richtung. Die Kunst besteht darin, diese Schwingung so zu verändern, dass sie unserer Entwicklung dient. Du kannst Dich durch Deine Schwingung gedanklich an einem Pol festsetzen und bewusst Deine Aufmerksamkeit auf die von Dir gewünschte Ausprägung dieses bestimmten Kriteriums legen.
Wo befinde ich mich auf einer Skala im Bereich Gesundheit, Glück oder Partnerschaften? Der eine Pol wäre die vollkommene Gesundheit, Glück oder harmonische Partnerschaften. Der Gegenpol wäre Krankheit, negative Gefühle oder belastende Beziehungen. Jeder befindet sich an beliebiger Stelle auf diesem Strahl, der die beiden Pole verbindet. Und wir schwingen umher, einmal stärker in die eine Richtung, einmal mehr in die andere Richtung.
Wichtig ist zunächst eine ehrliche Bestandsaufnahme. Es gilt festzustellen, wo ich mich derzeit auf dieser Skala befinde. Erst dann kann ich neue Entscheidungen treffen, die mich weiter in die von mir gewünschte Ausprägung bringen, wie harmonische Beziehungen, innere Zufriedenheit und Gesundheit.
Mithilfe Deiner Geisteshaltung kannst Du Dich bewusst an einem gewünschten Pol festsetzen, indem Du Deine Gedanken auf diese gewünschten Zustände lenkst, in diese Richtung schwingst und diesem Pol Deine ganze Aufmerksamkeit gibst. Zugleich weigerst Du Dich, der Schwingung des Gegenpols Raum in Deinem Bewusstsein zu geben.